{"id":62907,"date":"2019-01-02T11:55:13","date_gmt":"2019-01-02T11:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/julius-k9.com\/?p=62907"},"modified":"2021-11-15T19:56:52","modified_gmt":"2021-11-15T19:56:52","slug":"die-hunde-des-goldfiebers-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/die-hunde-des-goldfiebers-ii\/","title":{"rendered":"Die Hunde des Goldfiebers II."},"content":{"rendered":"<p><strong>Nero \u2013 Ein riesiger Hund mit riesengro\u00dfer Seele<\/strong><\/p>\n<p>In der Ausgabe der Klondike News vom 1. April 1898 ist folgendes zu lesen: <em>\u201eMiss Mulrooney ist eine uns allen wohlbekannte, aus guter Familie stammende, \u00fcber ein fantastisches Organisationstalent verf\u00fcgende junge Dame und wunderbare Gesch\u00e4ftsfrau. Gestern legte sie innerhalb von 3 Stunden 18 Meilen mit ihrem Schlitten zur\u00fcck, den ihr treuer Hund, der Bernhardiner Nero zog. Nero ist der einzige Vertreter seiner Rasse in unserer Region und der gr\u00f6\u00dfte Hund im nordwestlichen Verwaltungsbezirk.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Viele Jahre sp\u00e4ter, genauer gesagt 1962, erinnerte sich Belinda Mulrooney Carbonneau bei einem Interview in ihrem Zuhause in Seattle unter Tr\u00e4nen an ihren riesigen Freund und Kameraden, der zur Zeit des Goldfiebers von Klondike und bei sp\u00e4teren Reisen nach Europa immer bei ihr gewesen ist.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-62879\" src=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Belinda-\u00e9s-Nero.jpg\" alt=\"Belinda &amp; Nero\" width=\"500\" height=\"287\" \/>Sie st\u00fctze sich auf den schlammigen Pfaden der Region von Dawson auf Neros R\u00fccken und Nero gab ihr Halt in den Goldminen des Bonanzabachs. Die erm\u00fcdeten Goldgr\u00e4ber konnten in Dawson an der Bar und im Restaurant des Grand Forks Hotels Erholung finden und dort konnten sie auch, das mit harter Arbeit gefundene Gold, ausgeben. Dieses Hotel war eines der ersten und der beliebtesten Hotels in Belindas \u201eHotelkette\u201c. Von Woche zu Woche ruhten hier f\u00fcr kurze Zeit riesige Verm\u00f6gen in dem nicht allzu gro\u00dfen Tresor des Hotels. Ein gro\u00dfes Problem war, dass es in Dawson zu dieser Zeit keine Bank gab. Das Geld musste w\u00f6chentlich oder alle zehn Tage nach Skagway transportiert werden. Diese Arbeit wurde meistens von Belinda Mulrooney erledigt. Bei einer dieser Geldtransporte im Fr\u00fchjahr 1898 reisten Belinda, Nero und einige Bergm\u00e4nner mit bedeutenden Mengen an Goldstaub los. Sie hatten an beide Flanken von Nero je einen vollen Sack mit Gold gebunden. Der riesige Hund trug diese schwere Last ohne Probleme und es gab keinen Menschen auf dem Weg, der diese h\u00e4tte ber\u00fchren wollen. In diesem Jahr erschwerte ein pl\u00f6tzliches Tauwetter die Reise, die B\u00e4che schwollen an und die Pfade wurden rutschig. Einen der rei\u00dfenden B\u00e4che wollte die Gruppe \u00fcber einen umgest\u00fcrzten Baum \u00fcberqueren. Zuerst lief Belinda mit ihrem vollen Rucksack \u00fcber die provisorische Br\u00fccke, ihr folgte Nero. In der Mitte der \u201eBr\u00fccke\u201c rutschte der Hund aus und fiel in das eisige Bachwasser. Die ihm angeh\u00e4ngten S\u00e4cke zogen ihn wie einen Anker in die Tiefe. Belinda schmiss sofort ihren Rucksack zu Boden und st\u00fcrzte sich, an einem dar\u00fcber rankenden Weidenast festhaltend, ins Wasser. Das f\u00fchrte jedoch dazu, dass der wilde Bach auch sie mit sich zog. In dem eisigen Wasser gelang es ihr irgendwie nach Luft ringend Neros Halsband zu fassen, doch konnte sie den Hund nicht herausziehen. An einer der Biegungen des Baches gelang es den Goldgr\u00e4bern Belinda zu fassen, die halb ertrunken den tot scheinenden Hund mit sich zog. Sie versuchte ihren Begleitern zuzuschreien: \u201eSchneidet das Gold von dem Hund! Nur den Hund! Lasst das verdammte Gold, wo es ist\u201c! Und die Begleiter befolgten ihre Anweisungen, wenn auch verwundert \u00fcber diese Vernunftlosigkeit und die aus dem Mund einer Dame stammenden Fl\u00fcche. Das Gold war verloren, doch Neros Leben war gerettet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-62897\" src=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Nero.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Nero.jpg 415w, https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Nero-300x210.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><\/p>\n<p>Nero, Anfang 1897 geboren, war laut Belinda \u201eein B\u00fcndel aus Ohren, Beinen und einem gro\u00dfen K\u00f6rper\u201c. Belinda, die vor dem Goldfieber aus Pennsylvania nach Norden gekommen war, um reich zu werden, kaufte den Welpen einem Briten ab. Der junge Mann war mit seinem Boot auf dem Yukon mit karger Ausr\u00fcstung und einem st\u00e4ndig hungrigen, winselnden Bernhardiner unterwegs. Der Engl\u00e4nder war auf der Suche nach Arbeit und nahm gern Arbeit in einer der Bergminen von Belinda an. Zuerst weigerte er sich den Welpen zu verkaufen, doch es gelang Miss Mulrooney einen Deal mit ihm zu erzielen, demnach der Hund ihnen beiden geh\u00f6ren soll. Nat\u00fcrlich war Belinda die Halterin des Hundes und der Brite verzichtete nach der ersten Saison auf seinen Anteil an dem Tier (dabei hat wohl auch die sehr hohe Summe, die die Frau ihm angeboten hatte, eine Rolle gespielt. Eine genaue Summe ist nicht bekannt, doch war es angeblich eine unversch\u00e4mt hohe Summe).<\/p>\n<p>In dieser Zeit lie\u00df Belinda das Grand Forks Hotel errichten. In diesem bedeckten die W\u00e4nde chinesische Seidentapeten, der Chef kam aus San Francisco und die Gaslampen waren mit venezianischem Kristall umh\u00fcllt. Eine Flasche Champagner kostete so viel, wie eine Wochenmiete in einer Wohnung in New York. Die m\u00fcden Goldgr\u00e4ber wurden au\u00dfer mit Dance-Hall-Girls mit hei\u00dfen B\u00e4dern erwartet. Dieses Geb\u00e4ude war Neros Zuhause (im Hotel hatte Nero ein eigenes Zimmer).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-62888\" src=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/k\u00e9p-bal-sark\u00e1ban-sz\u00e1lloda-az-\u00e9p\u00fcl\u0151-dawsonban.jpg\" alt=\"Grand Forks\" width=\"940\" height=\"1006\" \/><\/p>\n<p>Zur Zeit des Baus ihres zweiten und dritten Hotels war Miss Mulrooney bereits die reichste Frau in der Region von Klondike. In dieser Zeit reiste sie oft zu ihrer Familie nach Pennsylvania, doch besuchte sie auch h\u00e4ufig Seattle und San Francisco. Nat\u00fcrlich war ihr Nero stets zur Seite und Belinda hielt ihr Geld nie bei sich, sondern in einem Beutel am Hals des Hundes. In dieser Zeit lie\u00df die allgemeine Sicherheit in Seattle etwas zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, doch Belinda beschwerte sich nie, dass man sie auszurauben versuchte.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Klondike, lernte Belinda Charles Eugene Carbonneau kennen, der sich f\u00fcr einen Nachfahren einer franz\u00f6sischen adligen Familie hielt, doch b\u00f6sen Stimmen zufolge nur ein Sekth\u00e4ndler aus Qu\u00e9bec war. Bisher haben wir nicht erw\u00e4hnt, dass Belindas Reichtum nicht gerade in direktem Bezug zu ihrer Sch\u00f6nheit stand. Das st\u00f6rte jedoch den schneidigen Franzosen ganz und gar nicht und er hielt um die Hand der Dame an. So seltsam es auch erscheinen mag: Belinda machte ihre Entscheidung von Nero abh\u00e4ngig: Wenn der Hund knurren w\u00fcrde, w\u00e4re eine Hochzeit ausgeschlossen. Doch Nero knurrte nicht, sondern schleckte ganz entgegen seiner Natur die Hand des etwas ver\u00e4ngstigten Verlobten. Die Flitterwochen begannen in Paris und das Jahr 1900 verbrachte das Paar in Europa. Zur\u00fcck in der Neuen Welt lie\u00dfen sie sich in Seattle nieder und Nero lebte dort bis zu seinem Tod.<\/p>\n<p>Auch darf der Umstand nicht ausgelassen werden, dass Nero in der Literaturgeschichte unsterblich wurde. 1897 reiste ein junger kalifornischer Schriftsteller, ein sogenannter Jack London nach Norden, um sein Gl\u00fcck als Goldgr\u00e4ber zu versuchen. Er verbrachte einen Winter in der Gesellschaft der Goldgr\u00e4ber, in einer Blockh\u00fctte 60 Meilen von Dawson entfernt. Gold fand er zwar keines, doch reiste er voller Geschichten nach Hause, die er in den folgenden 19 Jahren in unz\u00e4hliger Form verewigte. 1903 erschien sein weltber\u00fchmter Roman \u201eRuf der Wildnis\u201c, dessen Held Buck ist. London nahm zwei Hunde als Grundlage f\u00fcr Buck: Belinda Mulrooneys Hund Nero und den Mastiff Julian von Clarence Berry. Auf diese Weise gelangte Neros Leben mit einigen Ver\u00e4nderungen in 30 Sprachen und in vielen Millionen Exemplaren zu den Lesern der Welt.<\/p>\n<p><em>J\u00e1nos Horv\u00e1th<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1962 erinnerte sich Belinda Mulrooney Carbonneau bei einem Interview in ihrem Zuhause in Seattle unter Tr\u00e4nen an ihren riesigen Freund und Kameraden, der zur Zeit des Goldfiebers von Klondike und bei sp\u00e4teren Reisen nach Europa immer bei ihr gewesen ist. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":62879,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[91],"tags":[],"class_list":["post-62907","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog-de","category-91","description-off"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62907"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62907\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62879"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}