{"id":62873,"date":"2019-01-02T11:35:10","date_gmt":"2019-01-02T11:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/julius-k9.com\/?p=62873"},"modified":"2021-11-15T19:56:52","modified_gmt":"2021-11-15T19:56:52","slug":"die-hunde-des-goldfiebers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/die-hunde-des-goldfiebers\/","title":{"rendered":"Die Hunde des Goldfiebers"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Ende der 1890er Jahre begann Alaska, eines der k\u00e4ltesten und frostigsten Gebiete unserer Erde, das bei der Menschheit so gesch\u00e4tzte Gold auszuspucken \u2013 eine nahezu unbegrenzte Schatzkammer. Das in Alaska und am Yukon entfachte, ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Goldfieber, regt bis heute die Fantasie von Abenteurern und Romantikern an. Die Menschen waren Helden und auch die ihnen dienenden Hunde wurden zu solchen.<\/p>\n<p>Die weiter unten beginnende Reihe wird in einigen Geschichten einen Einblick in die glorreiche Vergangenheit erm\u00f6glichen und vielleicht stellt sich heraus, dass nur Zeit und Entfernung diese \u00c4ra in ein romantisches Licht ger\u00fcckt haben. So abgedroschen es auch klingen mag: Der Hund war das einzige Haustier, Jagdgef\u00e4hrte und manchmal auch Lebensmittel der zuerst die Bering-Enge \u00fcberwindenden und die Neue Welt \u201eerobernden\u201c Volksgruppen, der Paleo-Indianer. Die Jahrhunderte und Jahrtausende kamen und gingen und der Hund blieb das einzige Arbeitsmittel im fernen Norden. Seine Gr\u00f6\u00dfe und sein Aussehen \u00e4nderten sich von Ort zu Ort. An der Westk\u00fcste Alaskas wurden andere Hunde von den Yupik verwendet, als von den im Innern des Kontinents lebenden Athapasken. Die Funktion der Hunde und ihre Aufgaben \u00e4hnelten sich jedoch. Im Winter zogen sie die Schlitten und halfen bei der Jagd, im Sommer trugen sie Lasten und erleichterten dadurch das Leben ihrer Besitzer.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-62850\" src=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/All-Alaskan-Sweepstake.jpg\" alt=\"\" width=\"940\" height=\"628\" srcset=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/All-Alaskan-Sweepstake.jpg 940w, https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/All-Alaskan-Sweepstake-300x200.jpg 300w, https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/All-Alaskan-Sweepstake-768x513.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/p>\n<p>Hunde waren auch beim Eintreffen der euro-amerikanischen Trapper und Goldsucher dabei. Der wei\u00dfe Mann erkannte schon bald, dass der Hund als Gef\u00e4hrte in dieser rauen und unfreundlichen Gegend unentbehrlich ist. 1986, im Jahr der Entdeckung der Goldader von Klondike, betrug der Wert eines guten Schlittenhundes ein Vielfaches seiner s\u00fcdlicheren Verwandten. W\u00e4hrend ein Hund in Seattle $15 kostete, konnte das gleiche Tier in Skagway das Zehnfache kosten.<\/p>\n<p>\u00dcber die Hunde des Nordens sind unz\u00e4hlige M\u00e4rchen, Geschichten und Legenden entstanden. Buck, Wolfsblut und die anderen Hunde, die Jack London, Robert Service und Oliver Courwood inspirierten, verf\u00fcgten oft \u00fcber eine reale Grundlage, die manchmal sogar aufregender war, als die erfundenen Geschichten.<\/p>\n<p>Werfen wir also einen Blick in eine l\u00e4ngst vergangene Zeit und lernen wir die Menschen und Hunde kennen, die uns heute aus vergilbten Fotos und abgewetzten, zerrissenen B\u00fcchern entgegensehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>I. \u201eScotty\u201d Allan und Baldy<\/strong><\/p>\n<p>Der schottische Abenteurer Allan Alexander Allan, mit Spitznamen Scotty Allan, war ein Gigant in der Geschichte der Hundeschlittenfahrt. Bei uns ist er jedoch beinah v\u00f6llig unbekannt. Scotty Allen, K\u00f6nig der Polarrouten, wurde 1867 in Dundee, Nordschottland geboren. Bereits fr\u00fch begann er sich mit der Ausbildung von Pferden und dem Trainieren von Hirtenhunden zu besch\u00e4ftigen. Er war noch keine 20 Jahre alt, als er mit seinem Border Collie den Gro\u00dfen Nationalen Treiberwettbewerb gewann.<\/p>\n<p>1887 reiste er in die USA, wo er eine Gruppe von Clydesdale-Hengsten begleitete. Als er die Pferde \u00fcbergeben hatte beschloss er, dass er sein Gl\u00fcck in der Neuen Welt versuchen w\u00fcrde. Als Gelegenheitsarbeiter gelangte er immer weiter gen Westen. Klondike erreichte er 1897 mit seiner jungen Frau und seinem gerade einmal 2 Monate alten Baby. Da er am meisten von Hunden verstand, fand er schon bald eine passende Aufgabe: Er wurde Postbote. In den n\u00f6rdlichen Kreisen bedeutete das, dass er tausende von Meilen auf Hundeschlitten zur\u00fccklegte und &#8211; oft unter unmenschlichen Bedingungen &#8211; Pakete, Briefe und Informationen transportiere. In Eis und Schnee, ja sogar bei -50\u00b0C, mussten die offiziellen Lieferungen verteilt werden. Im Jahr 1900 entdeckte man an der Westk\u00fcste Alaskas eine noch gr\u00f6\u00dfere Goldader, als die von Klondike. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit wimmelte es an der Westk\u00fcste vor Menschen, in der bis dahin unbewohnten, frostigen und sandigen Gegend. Einige Wochen lang wurde eine Zeltstadt errichtet, die sich langsam in eine richtige Stadt verwandelte. Einen Namen bekam sie jedoch nicht, weshalb der Ort ganz einfach \u201eNo Name\u201c genannt wurde, woraus sp\u00e4ter \u201eNome\u201c wurde. Bis heute tr\u00e4gt sie diesen Namen. Hier wurden riesige Goldbest\u00e4nde gefunden und hier wurden die Menschen reich, die sp\u00e4ter die Geschichte des 20. Jahrhunderts schreiben sollten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-62859\" src=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Scotty.jpg\" alt=\"Scotty\" width=\"940\" height=\"625\" srcset=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Scotty.jpg 940w, https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Scotty-300x199.jpg 300w, https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Scotty-768x511.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/p>\n<p>Auch Scotty Allan erschien mit seiner Familie in Nome. Schon bald begann er als Musher bei der Firma Darling &amp; Dean Hardware Co. zu arbeiten. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit wurde er als fanatischer Musher (Hundeschlittenf\u00fchrer) \u00fcberall ber\u00fchmt. Er war selbst bei h\u00e4rtesten Wetterbedingungen bereit, ein Fernschreiben 100 Meilen weit zu transportieren. 1908 gr\u00fcndete der aus Kentucky angereiste Albert Fink den <em>Nome Kennel Club<\/em>, der die erste professionelle Musher-Organisation der Welt war. Der Gr\u00fcnder war ehemaliger Pferdez\u00fcchter in Kentucky und er erfand ein, dem Kentucky Derby angelehntes und typisch amerikanisch aufgebautes, mit Wetten verbundenes Hundeschlittenrennen. Dieser Wettbewerb nennt sich \u201eAll Alaska Sweepstakes\u201c. Die Gespanne fuhren von Nome nach Candle und zur\u00fcck \u00fcber insgesamt 408 Meilen (ca. 660 km). Beim ersten Wettkampf startete nat\u00fcrlich auch Scotty mit den Hunden von John Berger. Er wurde Zweiter, was ihn unglaublich w\u00fctend machte. Im n\u00e4chsten Jahr trieb er erneut Bergers Hunde an. Sein neuer Leithund war ein gro\u00dfer, gefleckter Mischling (aus Husky und Jagdhund) mit dem Namen Baldy. Von jetzt an sollte sich das Leben der beiden eng miteinander verschlingen. 1910 gewann Fox Maule Ramsai zu aller \u00dcberraschung den Wettkampf mit seinen kleinen, aus Sibirien importierten Schlittenhunden. Scotty bereitete sich ein Jahr lang mit seinen Mischlingen auf den n\u00e4chsten Wettbewerb vor und der Erfolg blieb nicht aus: 1912 gewann er Sweepsteak zum dritten Mal. Beim vierten Wettkampf trieb Scotty bereits seine eigenen Hunde an, denn er hatte gemeinsam mit der ber\u00fchmten Schriftstellerin und Dichterin Esther Birdsall Darling einen Z\u00fcchterverband gegr\u00fcndet. F\u00fcr die Nachwelt verfasste die Schriftstellerin den kleinen Roman <em>Baldy of Nome.<\/em>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]Baldy zeigte bereits im Welpenalter herausragende F\u00e4higkeiten und es war eindeutig, dass er zum Leithund geboren war. Wenn er nicht gerade den Schlitten zog, blickte er sehr ruhig, fast schon stoisch in die Welt. Eingespannt jedoch war f\u00fcr das ganze Team klar, dass Baldy der Chef ist, wie auch f\u00fcr Baldy klar war, dass es nur einen \u201eGott\u201c f\u00fcr ihn gibt, n\u00e4mlich Scotty.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu anderen Musher, liebte Scotty es bei st\u00fcrmischem Wetter zu fahren und Baldy h\u00f6rte die Pfeifsignale seines Besitzers auch bei gr\u00f6\u00dftem Wind. Scotty Allan hatte die Pfeifsignale aus Schottland mitgebracht und sein ganzes Leben lang blieb er bei der Meinung, dass man mit einem Hund nicht herumschreien, sondern sich ihm verst\u00e4ndlich machen muss.<\/p>\n<p>Er war eitel und verf\u00fcgte \u00fcber einen starken K\u00f6rperbau, war jedoch nur 160 cm gro\u00df, was ihn au\u00dferordentlich st\u00f6rte. Deshalb liebte er H\u00fcte und hatte das Gef\u00fchl, dass ein guter Hut ihm ein besseres Aussehen verschaffte. Oft konnte man ihn in Nome mit Baldy an seiner Seite sehen, wie er plump auf der schlammigen Hauptstra\u00dfe spazierte und auf seinem Kopf den eben aktuellen Hut.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#8220;62832&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]Die Geschichte des Sweepstakes endet mit dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg im Jahr 1917. In Scottys und Baldys Leben \u00f6ffnete sich jedoch eine neue T\u00fcr: Im Auftrag der franz\u00f6sischen Armee suchte Leutnant Rene Haas Scotty Allan mit dem geheimen Auftrag auf, Schlittenhunde f\u00fcr die franz\u00f6sische Armee auszubilden. Die Hunde wurden besonders beim Transport von Nachschub ben\u00f6tigt, weil sie im tiefen Schlamm besser vorankamen, als Maultiere oder Lastwagen. Scotty Allan suchte 106 Hunde in Nome und weitere 300 aus dem kanadischen Qu\u00e9bec zusammen. Bei der Ausbildung der Hunde Baldy Scottys gr\u00f6\u00dfte Hilfe, der den anderen Hunden all das zeigte, was er bereits gelernt hatte. Die Ausbildung verlief gro\u00dfartig und mehr als 400 Hunde bewiesen ihre F\u00e4higkeiten in den Ardennen und den Alpen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-62841\" src=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Baldy.jpg\" alt=\"Baldy\" width=\"940\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Baldy.jpg 940w, https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Baldy-300x186.jpg 300w, https:\/\/julius-k9.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Baldy-768x477.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/p>\n<p>Zum Ende des Auftrags zog Scotty mit seiner Familie und Baldy nach Juneau, Alaska. Von dort zogen sie nach einigen Jahren nach Kalifornien. Baldy und eine H\u00fcndin mit dem Namen Laska, verlebten ihre alten Tage in einer riesigen, von Weinbergen und Orangenhainen umgebenen Villa.<\/p>\n<p>Auf Anfrage der USA bildete Scotty Allan die an der 1928er Expedition von Richard Bird in die Antarktis teilnehmenden Hunde aus. Die von der Expedition zur\u00fcckkehrenden Hunde gelangten zu Eva \u201eShort\u201c Sheely nach New England. Scotty half ihr eine moderne Rasse zu begr\u00fcnden, die den Namen <em>Alaskan Malamute<\/em> erhielt. Scotty Allan starb 1941 in Kalifornien.<\/p>\n<p><em>J\u00e1nos Horv\u00e1th<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende der 1890er Jahre begann Alaska, eines der k\u00e4ltesten und frostigsten Gebiete unserer Erde, das bei der Menschheit so gesch\u00e4tzte Gold auszuspucken \u2013 eine nahezu unbegrenzte Schatzkammer.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":62841,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[91],"tags":[],"class_list":["post-62873","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog-de","category-91","description-off"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62873"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62873\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}