{"id":56632,"date":"2018-08-24T06:31:47","date_gmt":"2018-08-24T06:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/julius-k9.com\/?p=56632"},"modified":"2021-11-15T19:56:52","modified_gmt":"2021-11-15T19:56:52","slug":"hunde-als-rattenfaenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/julius-k9.com\/de\/hunde-als-rattenfaenger\/","title":{"rendered":"Hunde als Rattenf\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<p>In vielen L\u00e4ndern ist Rattenbek\u00e4mpfung mit Hilfe von Hunden eine akzeptierte und h\u00e4ufig angewandte Methode. In Ungarn ist das nicht der Fall, obwohl einige wichtige Argumente daf\u00fcr sprechen. Unter Tiersch\u00fctzern ist dieses Thema umstritten. F\u00fcr Erdhunde jedoch, ist das Rattenfangen eine Befriedigung ihrer Instinkte \u2013 also nichts anderes, als die Jagdhundet\u00e4tigkeit f\u00fcr einen Spaniel oder Schutzhundeaufgaben f\u00fcr einen Malinois.<\/p>\n<p>In Ungarn taucht das Thema Rattenbek\u00e4mpfung gelegentlich bei aktiven Nagetierrettungsorganisationen oder in sonstigen Foren auf und sorgt f\u00fcr Aufregung bei Nagetieranh\u00e4ngern. Schaut man sich in anderen L\u00e4ndern um, kann man jedoch feststellen, dass interessanterweise die negativen Aspekte des Themas gar nicht erw\u00e4hnt werden. Sogar Tierheime und gr\u00f6\u00dfere Tierschutzorganisationen unterst\u00fctzen diese Form der Verringerung des Rattenbestandes. Unbestrittene Tatsache ist, dass Nagetiere auch Lebewesen sind, obwohl sie aufgrund ihrer schnellen Fortpflanzung und ihrer Intelligenz nicht zu den gef\u00e4hrdeten Tierarten geh\u00f6ren. Dank ihrer 5-t\u00e4gigen Ovulation und ihrer lediglich 3 Wochen lang andauernden Tr\u00e4chtigkeit, nach der ein Weibchen sogar bis zu 23 Junge zur Welt bringen kann, ist es auch nicht notwendig, diese Tierart zu sch\u00fctzen. Im Gegenteil, im Interesse unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens muss man manchmal zur Nagetierbek\u00e4mpfung greifen \u2013 deren humanste und nat\u00fcrlichste Form eben durch den Einsatz von Hunden geschieht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Allgemeines \u00fcber Rattenbek\u00e4mpfung mit Hunden<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die erfolgreiche Rattenjagd mit Hunden ist sowohl selbst\u00e4ndiges Arbeiten als auch Kooperationsf\u00e4higkeit der Vierbeiner notwendig. Der Hund muss seinem Hundef\u00fchrer ausnahmslos gehorchen und auf seine Zeichen achten. H\u00e4ufig muss er bei Ausruf seines Namens die Beutesuche beginnen, meistens muss er seine Aufgabe aber eigenst\u00e4ndig durchf\u00fchren. Das hei\u00dft, nach einer entsprechenden Ausbildung werden aus den Hunden selbstst\u00e4ndige K\u00e4mpfer die f\u00e4hig sind, mit anderen Hunden, mit den Menschen oder auch mit anderen Tieren zusammenzuarbeiten. Nicht selten werden n\u00e4mlich auch Frettchen f\u00fcr die Rattenjagd eingesetzt. Sie treiben die Nagetiere aus ihren unterirdischen G\u00e4ngen und wenn diese ihren Bau verlassen, werden sie von den Hunden gefangen. Nat\u00fcrlich darf der Hund das Frettchen nicht angreifen. Diese Arbeit erfordert von den Hunden enorme Konzentration, einen feinen Geruchssinn und unfehlbare Instinkte.<\/p>\n<p>Die Rattenbek\u00e4mpfung erfolgt immer nach derselben Prozedur. Wenn der Rattenbek\u00e4mpfungsexperte auch mit Frettchen arbeitet, stellt er die Hunde vor den Bauausgang auf, diese m\u00fcssen also ihre Arbeit vollkommen selbst\u00e4ndig verrichten. Bei der anderen Methode arbeitet der Hund zum Teil selbst\u00e4ndig, zum Teil befolgt er die Befehle seines Hundef\u00fchrers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auswahl der Hunde, Ausbildung<\/strong><\/p>\n<p>Potenzielle Rattenj\u00e4ger werden mithilfe eines strengen Selektionsverfahrens ausgew\u00e4hlt. Interessanterweise sind nur sehr wenige Exemplare f\u00fcr diese Aufgabe geeignet. Es reicht nicht, wenn sie aufmerksam auf Nagetierger\u00e4usche reagieren oder wenn sie beim Anblick von Nagetieren eine aufgeregte Reaktion zeigen. Bei einem tats\u00e4chlichen Einsatz m\u00fcssen sie n\u00e4mlich sofort, blitzschnell und gezielt t\u00f6ten, damit sie unverletzt bleiben und damit die Ratte schnell und ohne Qualen verendet.<\/p>\n<p>Welpen werden bereits im Alter von 9-10 Wochen getestet. Zu diesem fr\u00fchen Zeitpunkt zeigt sich schon, aus welchem Hund ein gutes Arbeitstier wird. Wenn er bereits als Welpe die ihm in einer Falle vorgelegte Ratte anbellt und ankratzt, ist er f\u00fcr die Aufgabe geeignet. Oft liefert der Wurf von zwei talentierten Elterntieren nur ein oder zwei richtig gute Rattenj\u00e4ger. Obwohl jeder Welpe eine harte Nuss ist, stellt er nicht unbedingt ein ideales Exemplar f\u00fcr die Rattenjagd dar.<\/p>\n<p>Auch die Auswahl der Rasse ist eine wesentliche Frage. Erdhunde oder Kreuzungen dieser Rassen eignen sich am besten f\u00fcr diese Aufgabe, sie wurden schlie\u00dflich urspr\u00fcnglich dazu gez\u00fcchtet, Tiere aus engen L\u00f6chern und unterirdischen Bauten zu vertreiben. Diese Hunde haben einen festen Biss, manche von ihnen verbei\u00dfen sich regelrecht in ihre Beute, als w\u00fcrden sie eine Kiefersperre bekommen. Sie verf\u00fcgen \u00fcber eine sehr hohe Intelligenz, sind schnell, haben einen ausgezeichneten Geruchssinn und eine lange Lebensdauer. Zu diesen vielen positiven Eigenschaften kommt au\u00dferdem noch eine gute Portion Dickk\u00f6pfigkeit. Diese ist jedoch f\u00fcr selbst\u00e4ndiges Arbeiten unerl\u00e4sslich und im Interesse der Zusammenarbeit mit Menschen l\u00e4sst sich diese Eigensinnigkeit mit einer entsprechenden Ausbildung gut in Grenzen halten. Zu den Erdhunderassen geh\u00f6ren unter anderem Foxterrier, Jack Russel und Parson Russel Terrier, Jagdterrier und Patterdale Terrier. Oft werden auch Pinscher sowie Hunderassen des Bull-Typs von Rattenbek\u00e4mpfungsexperten f\u00fcr die Arbeit eingesetzt.<\/p>\n<p>Die Ausbildung der Hunde besteht aus mehreren Stufen. Der amerikanische Rattenjagdhundz\u00fcchter Jreed nennt vier Dinge, die seiner Meinung nach einen Hund zum guten Rattenf\u00e4nger machen: Instinkt, Genetik, Ausbildung und Chancen. Wenn es keine M\u00f6glichkeiten gibt die Jagd kennenzulernen und zu \u00fcben, kann aus dem Hund kein guter Rattenf\u00e4nger werden. Man sollte erst dann mit der Arbeit beginnen, wenn der Jagdinstinkt des Hundes geweckt ist, sei es ein Welpe oder ein ausgewachsenes Tier.<\/p>\n<p>Ein guter Ausbilder l\u00e4sst seine Hunde so lange keine lebenden Ratten fangen und t\u00f6ten, bis sich ihr Gebiss komplett entwickelt hat und sie ein Lebensalter von 9-12 Monaten erreicht haben. Ein Rattenbiss f\u00fchrt zu schmerzhaften Verletzungen und kann einen Welpen von der sp\u00e4teren Jagd abschrecken. Beim Aufbau der Ausbildung ist es wichtig, dass die Rattenjagd dem Hund immer Spa\u00df macht. W\u00e4hrend seines selbst\u00e4ndigen Spiels und seiner instinktiven Versuche sollte man ihm die sp\u00e4ter angewendeten Befehle beibringen, wie z.B. \u201eFass!\u201d, \u201eSch\u00fctteln!\u201d \u201eAus!\u201d.<\/p>\n<p>Wesentlich ist auch, dass die Hunde au\u00dfer den Ratten anderen Tieren nichts antun d\u00fcrfen. Oft m\u00fcssen sie auf Bauernh\u00f6fen, in Tierhaltungsbetrieben oder Tierheimen arbeiten, d.h. sie m\u00fcssen Gefl\u00fcgel und andere Haustiere dulden. Von klein an werden sie an Ger\u00e4usche anderer Tiere und an ein Arbeiten in ihrer N\u00e4he gew\u00f6hnt, sodass sie in ausgewachsenem Alter Beutetiere von Haustieren eindeutig unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie wirkt sich die Rattenjagd auf die Hunde aus? <\/strong><\/p>\n<p>Extremistische Tiersch\u00fctzer sehen oft nur die Gefahren dieser T\u00e4tigkeit, von kleineren Bissen bis hin zu m\u00f6glichen Infektionen. Nat\u00fcrlich besteht das Risiko einer Verletzung, aber das merkt der Hund im Eifer des Gefechts gar nicht. Der Hundef\u00fchrer muss jedoch aufmerksam sein und eventuelle Verletzungen seines Jagdgef\u00e4hrten sofort desinfizieren. Der Hund handelt grunds\u00e4tzlich von seinen Instinkten getrieben und genie\u00dft die Jagd. Er empfindet seine Aufgabe als eine gemeinsame, koordinierte Arbeit &#8211; \u00a0ein toller Spa\u00df mit Herrchen\/Frauchen, nach welcher er angenehm m\u00fcde wird. Das Ergebnis ist ein ausgeglichener, ruhiger und gehorsamer Hund. Unterm Strich ist diese Arbeit nichts anderes, als eine n\u00fctzliche Aussch\u00f6pfung der genetischen Gaben dieser Tiere.<\/p>\n<p><em>BZS<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In vielen L\u00e4ndern ist Rattenbek\u00e4mpfung mit Hilfe von Hunden eine akzeptierte und h\u00e4ufig angewandte Methode. 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